Besser spielen! 12 Tipps 

Tipp 1: Sieger*innen-Taktik kennen

Es sind NICHT die eigenen Punkte, die man direkt erzielt (z.B. ein versenkter Smash) sondern in der Regel werden die Matches über die eigenen Fehler oder natürlich hoffentlich über die Fehler der Gegner*innen entschieden.

Was bedeutet dies für mich als Spieler*in?
Risiko minimieren. Es geht also nicht darum direkte Punkte zu erzielen, sondern den Gegner*innen dauerhaft "weh" zu tun (z.B. oft und lange bewegen, unangenehme Treffpunkte aufzwingen…) und das bei einer geringen Fehlerquote.

Tipp 2: Base-Position

Viele Spieler*innen machen den gleichen Fehler: Sie stehen zu eng und zu aufrecht auf dem Feld.

Mit einer schmalen Basis (engl. 'base position') fehlt einerseits die Balance und ist andererseits ein schneller Start nicht möglich.

Daher: Egal in welcher Spielsituation, die Füsse immer mindestes mehr als Schulterbreit aufstellen, die Knie gebeugt und den Oberkörper leicht vorgebeugt halten - in defensiven Situationen noch breiter - fast doppelte Schulterbreite!

Beherzigt und übt man dies, bewegt mach sich automatisch besser und erreicht in einer effizienteren Weise mehr Bälle.

 

Tipp 3: Standards kennen und üben

Viele Badmintonspieler*innen denken, dass gerade die besonderen, spektakulären oder gefährlichen Schläge oder Punkte die entscheidenen im Badminton sind. Falsch gedacht!
Nur wer konstant und gut in den Standards ist, kann ein Spiel gewinnen. Kein Smash auf die Linie, sondern ein konstanter Clear mit guter Länge, keine spektakuläre Konterabwehr, sondern ein einfacher Block, kein toller Swipaufschlag auf die Mitte sondern ein guter kurzer Aufschlag auf die „1“, das sind die interessanten Schläge!

Wichtige Standards (a-c für Einzel, d-e für Doppel/Mixed) sind:

a) Druckvoller Clear und Lob mit guter Länge
    Mögliche Übung: Lob - Clear - Clear - Drop - Netzdrop

b) Gutes Bewegen auf dem Feld
    Mögliche Übung: Schattenbadminton

c) Einfache Clear - Drop auf ganzes Feld
    Mögliche Übung: 3-Clear-2-Drop-Übung

d) Abwehr -> Netz gegen Abwehr
    Mögliche Übung: lang - kurz - kurz - lang mit Smash

e) Guter, sicherer kurzer Aufschlag
    Mögliche Übung: Üben, üben, üben :-)

Tipp 4: Rückhand ist kein Zauberwerk

Einen Rückhand-Clear kann man ganz einfach lernen - hier im folgenden ein paar Dinge, die Ihr beachten solltet:

a) Der klassische Griff für den Rückhand-Clear ist KEIN Rückhand-Griff (wie der Daumengriff fälschlicherweise oft bezeichnet wird, nur weil es tatsächlich Schläge gibt, die damit geschlagen werden) sondern für Rückhand-Clear „über Kopf“ nutzt man einen ganz normalen „V-Griff“ ähnlich wie beim Smash (nur der Druck auf den Griff ist anders).

b) Neben dem richtigen Auftakt ist die Unterarm-Drehung das Hauptbeschleunigungs-Element für den Clear neben dem Körper - viele Spieler*innen strecken hier gegen den Ball. Dies ist nicht nur ineffizient, sondern auch für das Ellbogengelenk nicht gesund. Der Rückhand-Clear ist also nichts anderes als ein rückwärts laufender Vorhand-Clear.

Dazu ein zusätzlicher Tipp: Als Auftaktbewegung den Ellbogen Richtung linke Brust (oder Logo auf dem Shirt) bewegen - so kann man gut die kinetische Kette starten.

 

Tipp 5: Unterarmrotation üben

Bei vielen Badmintonspieler*innen fehlt ein gut ausgeprägtes Schlagelement (oder dieses ist schlecht ausgebildet), welches aber für eine effiziente Schlagtechnik und gleichzeitig einen harten Schlag nötig ist: die Unterarmdrehung.

Dabei lässt sich die Unterarmdrehung relativ einfach trainieren. Zum Beispiel im Warm Up 5 x 15 sec die Übung "Scheibenwischer" durchführen: Ellbogen am Körper, 90° Winkel im Ellbogen, Schläger zeigt nach oben, dann Unterarm von rechts nach links schnell rotieren.

Tipp 6: Besser Starten!

Viele Spieler*innen kennen das Problem, eigentlich scheint der Drop nicht sonderlich gefährlich und weit entfernt oder man müsste doch den Clear doch noch besser erlaufen können. Was oft fehlt ist der "schnelle Start" oder die Fähigkeit, den "first step" entsprechend zu meistern. Wie lautet hier die Lösung für eine Verbesserung? Footwork!

Footwork sind schnelle Beinarbeitübungen, wo man nicht nur wichtige Korrekturschritte verbessert (also Auftaktbewegungen, sollte man einmal falsch antizipieren, wo der Gegner wo hinschlägt) sondern auch die Auftaktbewegung für den schnellen Start trainiert.

Tipp 7: Bessere Balance auf dem Court

Bessere Balance und dadurch mehr Power ist eigentlich ganz einfach - nutzt den linken Arm!

Oft nutzen viele Spieler*innen den Arm weder beim Schlagen noch beim Laufen. Insbesondere bei Abwehrschlägen - harte Konter-Abwehr Drive oder der hohen Abwehr - bring der Armeinsatz mehr Spannung in den Körper und durch die bessere Balance kann man erst wirklich alle Kraft im Schlagarm nutzen.

Nutzt man den linken Arm nicht bremst automatisch das eigene Nervensystem den Schlagarm ab - weil man ja nicht umfallen bzw. Balance verlieren will. Ebenso verhält es sich beim Starten und Laufen - nutzt man den linken Arm hier nicht, wird der Körper automatisch bremsen bzw. nicht so schnell beschleunigen, wie man es könnte.

Wie üben? Beim Schlagtraining (mit mindestens 1-2 Schritten) explizit auf den Arm achten (weg vom Körper entgegengesetzt dem Schlagarm strecken), beim Laufen (Schattenbadminton) ebenfalls auf den auf den dynamischen Armeinsatz achten - dies hilft meist schon damit es nach ein paar Übungseinheiten automatisch abläuft.

Tipp 8: Schattenbadminton - aber RICHTIG!

Viele Spieler*innen machen mindestens eine, wenn nicht mehrere Sachen falsch beim Schattenbadminton.

Daher sollte man auf die folgenden Punkte achten - der erste ist der Wichtigste:

1) Immer, immer, immer eine*n Gegner*in und einen Ball vorstellen.

2) Richtigen Laufrhythmus inklusive taktischer und situativer Laufarbeit (statt "blindes" in die Mitte zurücklaufen).

3) Richtige Schläge - ich beobachte immer noch viele Spieler*innen, wie sie mit dem Schläger durch die Luft schlagen, aber dies niemals ein Schlag sein könnte.

4) Korrekter Einsatz des linken bzw. rechen Nichtschlagarms. Siehe auch Tipp 7

Tipp 9: Rettungscode WALADIN kennen

Wo happert's wenns im Spiel plötzlich nicht mehr läuft? Check dich selbst mit dem Rettungscode WALADIN:

W    wie weit: Schlage ich meine Clear weit genug nach hinten? 

A     wie abgelenkt: Bin ich mit meiner ganzen inneren Aufmerksamkeit beim Ballwechsel?  

L     wie langsam: Renne ich zu langsam? 

A     wie Ausrede: Fange ich schon an, Gründe für eine Niederlage zu suchen?

D     wie Druck: Übe ich mit jedem meiner Schläge Druck auf meinen Gegner / meine Gegnerin aus?  

I      wie IGEA: Erfülle ich die drei Anforderungen: Ball anschauen, Waden vorspannen, Arm aktivieren?

N     wie Netz: Steuere ich beim Spiel am Netz bewusst meine Schlagbewegungen?  

Tipp 10: Beherrschen von Basis-Lauftechniken

Egal auf welchen Spielniveau, eine gute Lauftechnik ist das „A“ und „O“ für ein erfolgreiches Badmintonspiel. Neben einem optimalen und schnellen Start, reichen sechs Lauftechniken aus, um sich besser auf dem Feld zu bewegen.

Die sechs Lauftechniken sind:

a) Sidestep und Umsprung in der Vorhand-Ecke hinten

b) Malayenschritt und Umsprung in der Rückhand-Ecke hinten

c) Chinasprung in die Vorhand

d) Chinasprung „links-vom-Kopf“

e) Laufweg in die Vorhand vorne (mit Laufschritten oder zwei Sidesteps*)

f) Laufweg in die Rückhand vorne (mit Hüpfer und Ausfallschritt* oder mit zwei Sidesteps)

Die Unterscheidung bei e) und f) ist eher für fortgeschrittene Spieler*innen. Bereits die Lauftechnik, welche mit „*“ versehen ist, stellt eine gute Basis dar.

 

 

 

 

 

Tipp 11: Kontrolle ist alles!

Kennt ihr das? Der Aufschlag ist unpräzise, manchmal kommt er gut manchmal nicht... ebenso mit der Konterabwehr, ein Ball ins Netz, der Andere perfekt, der nächste Ball viel zu hoch...

Gerade das eigene Doppelspiel lässt sich schnell verbessern, wenn man es schafft, etwas mehr Kontrolle in die eigenen Schläge zu bringen. Zunächst sollte man einmal wissen, welche Schläge im Doppel häufig vorkommen und spielentscheidend sein können. Dies sind in der Regel der Aufschlag, die Annahme, die Übergangssituationen („Drivebereich“) sowie die Abwehr welche sich vom Einzelspiel signifikanter unterscheidet als vielleicht der Angriff. Nimmt man diese Schläge auseinander bestehen sie aus zwei Elemente:

- linearen (geschoben) Bewegungen und
- rotierenden Elementen (Unterarmrotation) und das bei im Schlag fixiertem Handgelenk!

Viele Spieler*innen, gerade im Amateur-Bereich, nutzen das Handgelenk aktiv, was nicht von Vorteil ist, da es schnell ermüdet und im Vergleich zu den anderen Bewegungen weder kräftig noch präzise ist.

Wie könnt ihr diese Elemente verbessern?
a) Mehr Kontrolle durch mehr Anteile einer Schiebebewegung (Hauptbewegung Streckung im Ellbogen). Z.B: Beim Aufschlag den Schläger durch den Ball schieben.
b) Aktive Ausholbewegung minimieren
Siehe Foto links - Wir wollen hier keine grosse Ausholbewegung.

Tipp 12: Schlag- und Lauftechnik verbinden

Viele Badmintonspieler*innen machen einen einfachen Fehler: isoliertes Schlagtraining aus dem Stand. Schlagtechnik sollte man immer mit einer entsprechenden Lauftechnik verbinden. Dies nicht nur, weil bei etlichen Spielern die Lauftechnik schlechter als die Schlagtechnik ausgebildet ist, sondern auch, weil ohne die entsprechende Lauftechnik die Umsetzung im Spiel nicht gesichert ist.

Man übt sonst etwas, ohne dass es dann im Spiel so zur Anwendung kommen kann. Balance, Timing, Körperposition, Körperspannung, Position des linken Armes, fehlender Zeitdruck sowie veränderte Schlagbewegungen - dies sind nur ein paar Punkte, die einen grossen Unterschied zwischen „möchtegern“-Techniktraining und der Anwendung in Spiel ausmachen. Dabei gilt muss man gar nicht immer große und lange Laufwege aussuchen, sondern oft reicht es, die letzten ein bis zwei Schritt mit aufzunehmen um eine bessere Ümsetzung zu gewährleisten.

Wichtig: Genau wie den Weg zum Ball, auch den Weg vom Ball beachten. Auch das gehört zur Verbindung von Lauf und Schlagtechnik.

Quelle 1-8 & 10-12: Diemo Ruhnow, Diemo Ruhnow's Badminton Training

http://dr-badminton-training.de/

Quelle 9: Martin Knupp, Badminton Praxis